Anhand des Erzählbandes Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen (1992) und des Romans Austerlitz (1999) wird gezeigt, wie bei Sebald der Erinnerungs- und Identitätsverlust mit Hilfe verschiedener Erzählstrategien und unterschiedlicher Gedächtnismedien aufgearbeitet wird. Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht also sein komplexes Spiel mit der Erinnerung und der Spannung zwischen dem Faktischen und der Fiktion. Dabei wird der Leser oft unsicher und ist gezwungen, die Widersprüche innerhalb des Textes selbst aufzulösen.